Neu im Museum

Magirus-Deutz S 3500
Mag3500 Die von Magirus-Deutz im Jahr 1951 präsentierten Rundhauber brachen optisch mit den markant-eckigen Vorkriegsmodellen. Möglich wurde die neue Bauweise durch den Verzicht auf einen großen Wasserkühler und die Umstellung auf den luftgekühlten 4-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor. Der in der Bundesrepublik Deutschland einst weit verbreitete Lastkraftwagen hat eine Nutzmasse von 3000kg und verfügt über Hinterachsantrieb. Sein Aggregat leistet bei 5322cm² 85 PS. Unser Exemplar wurde 1954 gebaut und kann nun vollständig restauriert im Museum betrachtet werden.
Ford BB
FordBB Der 1938 u.a. von der Ford-Werke AG in Köln produzierte Ford BB ist ein Kleinlaster, der weltweit in dieser oder ähnlicher Form produziert und vertrieben wurde. In seiner langen Variante verfügt er über einen Radstand von vier Metern und eine Nutzmasse von 2500 kg. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem wassergekühlten 4-Zylinder-Otto-Motor, der bei 3200cm² Hubraum 50 PS leistet. Der Ford BB erweitert unsere Sammlung deutscher Nutzfahrzeuge um eine neue Marke.
IFA S 4000-1 mit mechanischem Kran
Dieses Unikat war für unsere Sammlung interessant und wichtig. Es verbindet ein Fahrgestell aus den 1960er Jahren mit einem Aufbau aus dem Jahr 1939. Solche Einzellösungen wurden in der DDR immer wieder von findigen Technikern geschaffen, um gegen den permanenten Mangel anzukämpfen. Ursprünglich war der Bergekran (Typ S12R) auf einem FORD-Fahrgestell aufgebaut, doch Verschleiß und Ersatzteilmangel führten dann zu dem “neuen” Fahrzeugkonzept. Der Bergekran ist nicht nur durch sein Alter und seine geniale Einfachheit etwas Besonderes. Wie der Produktionsort vermuten lässt, entstand nach dem Krieg aus der Firma Georg Kirsten der VEB Hebezeugwerk Sebnitz. Dessen bekannteste Produkte ADK 1,6, ADK 3 “PUMA” und ADK 5 bzw. 63 (Panther)  sind schon seit einigen Jahren im Museumsbestand.
Mercedes L 4500 Pritschenwagen
Die Reihe unserer Mercedes-LKW ist wieder um eine Rarität reicher. Durch Glück und Zufall konnten wir einen Fahrzeugtyp aufspüren, der schon lange auf unserer Wunschliste stand. Ende der 1930er Jahre entstand im Mercedes-Benz-Werk Gaggenau nach der Einheitstypenregel ein 4,5 t-Fahrzeug, das als besonders modern und zuverlässig galt und in unserer Region zum Straßenbild gehörte. Bei dem “Fundstück” handelte es sich um eine Feuerwehr-Drehleiter. Das hatte den Vorteil, dass die wichtigsten Baugruppen noch in erstaunlich gutem Zustand waren. Motor, Getriebe und das Fahrgestell wiesen keine gravierenden Mängel auf und funktionierten nach relativ wenigen Handgriffen wieder. Auch Fahrerhaus und alle Blechteile sahen auf den ersten Blick noch gut aus. Doch nach gründlicher Prüfung mussten wir feststellen, dass wohl in früheren Jahren ein Unfallschaden nur mangelhaft beseitigt wurde. Somit ergaben sich doch umfangreiche Richt- und Karosseriearbeiten, bis die Spaltmaße wieder stimmten. Nach Demontage des Drehleiteraufbaues und Verlängerung des Fahrzeugrahmens wurde eine originalgetreue Pritsche mit Spriegelgestell und Plane aufgesetzt und sogar noch eine Anhängerbremsanlage eingebaut.
Elektro B 1000-3
Der zweite vereinseigene B 1000-3 ist nicht nur wegen seiner dreiachsigen Bauform eine Rarität. Der batterieelektrisch betriebene Barkas ist das einzige noch existierende von 10 produzierten Fahrzeugen und wurde in unserer Werkstatt in mühevoller Kleinarbeit restauriert. Als Energiespender dient ein Bleiakkumulator aus 48 Einzelzellen mit einer Nennspannung von 96 Volt und einer Kapazität von 350 Ah. Der Gleichstrom-Nebenschlussmotor hat eine Dauerleistung von 15 KW und eine Höchstleistung von 35 KW. Die Reichweite des Fahrzeugs liegt bei ca. 70 km, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 km/h. Der restaurierte Elektro-B 1000-3 steht seit Mai 2010 in unserem Museum.
Magirus Löschgruppenfahrzeug SLG
Hierbei handelt es sich um ein 1942 bei der Klöckner-Humboldt-Deutz AG hergestelltes MAGIRUS Löschgruppenfahrzeug SLG. Das mit einem 70 PS starken Vierzylinder-Dieselmotor ausgestattete Fahrzeug war von unserem Verein in einem desolaten Zustand erworben und mit Geschick und Mühe von unserem Werkstatt-Team unter Leitung von Klaus Rudolph restauriert worden. “Tannengrün” lackiert und mit der Aufschrift “FFW Hartmannsdorf” versehen, entspricht es dem Originalzustand. Die feuerwehrtechnische Ausrüstung ist weitgehend vollständig und originalgetreu. Ein Fahrzeug dieses Typs wurde von der Gemeinde Hartmannsdorf am 28. August 1942 für 20.635,95 Reichsmark (RM) von der Klöckner-Humboldt-Deutz AG erworben und bei der Freiwilligen Feuerwehr in Dienst gestellt.
Canadian Military Pattern (CMP)
Canadian Mility Pattern Der Canadian Military Pattern (CMP) wurde von Ford-Canada und Chevrolet-Canada in den Jahren 1939 bis 1945 in einer Gesamtzahl von etwa 350.000 Stück produziert. Die Militärfahrzeuge waren auf allen Schauplätzen des II. Weltkriegs im Einsatz. Es gab sie als 4×2, 4×4, 6×4 und 6×6-Variante mit sechs Radständen und vier Nutzlasten. Die Frontscheibe ist entgegengesetzt geneigt, um Spiegelungen durch die Sonne zu vermeiden. Ungewöhnlich für nordamerikanische Fahrzeuge sind die Rechtslenkung und die Anordnung des Gaspedals zwischen Kupplung und Bremse. Beide Hersteller nutzten eigene Motoren und Antriebsteile. Das bei ausgestellte Fahrzeug ist mit einem Sechszylinder-Reihenmotor von Chevrolet ausgerüstet. Das Aggregat mit einem Hubraum von 3.548 cm³ leistet 85 PS (62,5 KW).